Was die neue Untersuchung verglichen hat

Gweon und Kollegen werteten zwei US-Kohorten mit insgesamt 112.284 Teilnehmenden und 278 dokumentierten Magenkrebsfällen aus. Für die höchste Gruppe zuckergesüßter Getränke gegenüber der Referenzgruppe berichten sie eine multivariable Hazard Ratio von 2,45, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,49 bis 4,04. Für künstlich gesüßte Getränke zeigte sich in derselben Auswertung kein Zusammenhang mit Magenkrebs.

Die Gruppenbezeichnungen verlangen Aufmerksamkeit: Die Tabelle nennt die höchste Gruppe als mehr als eine Portion pro Tag; der Ergebnistext spricht von mindestens einer Portion. Die Referenzgruppe heißt in der Tabelle „never“; der Methodenteil definiert sie als weniger als eine Portion pro Monat. Aus diesen Bezeichnungen lässt sich keine scheinbar exakte Alltagsschwelle für einzelne Menschen ableiten.

Originalquellen: Gweon TG et al. (2026)

Wie weit der Befund trägt: Das ist eine Beobachtungsanalyse. Restliche Unterschiede zwischen den Gruppen können trotz statistischer Anpassung eine Rolle spielen. Die Autoren benennen unter anderem begrenzte Angaben zu Helicobacter pylori und zur Tumorlokalisation.

Warum 2,45 nicht 245 Prozent Erkrankungswahrscheinlichkeit bedeutet

Eine Hazard Ratio vergleicht die modellierte Ereignisrate im Zeitverlauf. Sie ist weder der Anteil der Erkrankten noch direkt das persönliche Risiko über eine feste Zahl von Jahren. Für solche Fragen braucht man zusätzlich Ausgangsrisiken, Zeitraum und die passende Population.

Auch rohe Fallzahlen pro Personenjahr und eine adjustierte Hazard Ratio dürfen nicht gleichgesetzt werden. Wir stellen hier deshalb keine scheinbar persönliche Risikoberechnung bereit.

Originalquellen: Gweon TG et al. (2026)

Wie weit der Befund trägt: Diese Seite erläutert Studienkennzahlen. Aus den Daten leiten wir keine individuelle medizinische Empfehlung ab.

Wie frühere Zusammenfassungen dazu passen

Pan und Kollegen fanden 2023 für Magenkrebs in ihrer Dosis-Wirkungs-Auswertung einen relativen Schätzer von 1,00 pro zusätzlichen 250 Millilitern am Tag, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,85 bis 1,17. Die Evidenzbewertung war sehr niedrig; dieser Wert beweist keine Abwesenheit eines Effekts.

Li und Kollegen berichteten 2021 in einer anderen Zusammenfassung für die höchste gegenüber der niedrigsten Konsumkategorie einen gepoolten Wert von 0,99 mit einem Konfidenzintervall von 0,79 bis 1,29. Ein neuer positiver Befund und ältere uneindeutige Befunde werden nicht durch Mehrheitsabstimmung entschieden: Definitionen, Populationen, Studientypen und Überschneidungen müssen verglichen werden.

Die zusätzliche Auswertung von Jayedi und Kollegen aus dem Jahr 2026 liegt in unserem Register als Preprint. Sie wird ausdrücklich als nicht begutachtet gekennzeichnet und erhält nicht automatisch das Gewicht einer veröffentlichten Endfassung.

Originalquellen: Pan B et al. (2023), Li Y et al. (2021), Jayedi A et al. (2026)

Wie weit der Befund trägt: Die Übersichtsarbeiten von Pan und Li stützen sich für Magenkrebs teilweise auf dieselben Kohorten und sind daher nicht unabhängig voneinander. Ihre Kennzahlen beziehen sich zudem nicht alle auf denselben Konsumvergleich wie die neue US-Analyse.